Genossenschaftliches Wohnen seit fast 100 Jahren

Am 27. Februar 1924 gründeten Personen aus der Baubranche die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich. In ihrer langjährigen Geschichte gab es verschiedene Phasen des Wachstums und der Weiterentwicklung.

2018

Ersatzneubau Siedlung 6/Stüdli

Im Rahmen der Strategischen Planung 2007 – 2009 entschied der Vorstand, die Siedlung 6/Stüdli im Zeitraum 2020 bis 2024 durch einen Ersatzneubau zu ersetzen und die anderen Stammsiedlungen sanft zu sanieren. Mit einem Neubau kann auf den Lärm der Hohlstrasse besser reagiert werden als mit einer Sanierung. Im Neubau sollen Familienwohnungen und altersgerechte Wohnungen realisiert werden. 2018 wurde der Architektur-Wettbewerb durchgeführt.

2011 – 2017

Planung und Bau Siedlung 10/Manegg

Für die drei Baufelder der gemeinnützigen Bauträger wurde 2011 ein Wettbewerb durchgeführt. Die GBMZ hat zusammen mit der Stiftung Wohnungen für kinderreiche Familien auf dem Baufeld B4S das Projekt von Zita Cotti Architekten gebaut. Nach Abschluss des TU-Vertrags mit Losinger-Marrazzi konnte die GBMZ das Land kaufen. 2015 erfolgte die Grundsteinlegung, 2017 konnten die 85 Wohnungen bezogen werden. Die GBMZ hat jetzt 1029 Wohnungen.

2016

Neustart für Projekt Grünwald

Zusammen mit der Stadt Zürich entschieden die drei vorgesehenen Bauträger des Ringling GBMZ, BG Sonnengarten und Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich, ein neues Projekt auf dem Grünwald-Areal in Zürich-Höngg zu planen. Vor dem Wettbewerb wurde ein Mitwirkungsverfahren mit dem Quartier durchgeführt. Sobald die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein werden, soll der Wettbewerb durchgeführt werden.

2016

Loft 1 an Erismannstrasse 2

Die Besitzer der benachbarten Liegenschaft Erismannstrasse 2 möchten diese verkaufen und boten der GBMZ die at-home Immobilien GmbH zum Kauf an. In den Gesprächen wurde klar, dass der Kauf über die at-home Immobilien GmbH führte. Die GBMZ kaufte die GmbH und führt diese weiter. Nach fünf Jahren war die Integration der Liegenschaft Erismannstrasse 2 mit seinen 13 Loft-Wohnungen in die GBMZ möglich.

2013

Siedlung 9 – Alterswohnungen Am Suteracher

Der Vorstand der Genossenschaft Alterswohnungen «Am Suteracher» hat Nachfolgerprobleme und nahm deshalb mit der GBMZ Kontakt auf, um die Möglichkeit einer Fusion abzuklären. Die guten Kontakte des Geschäftsleiters halfen, dass die Fusion zu Stande kam. Die Alterswohnungen wurden neu zur Siedlung 9/Suteracher der GBMZ mit 19 Wohnungen. Die GBMZ hat jetzt 944 Wohnungen.

2010

Neues Bauprojekt Manegg

Der Gemeinderat der Stadt Zürich legte fest, dass 230 der Wohnungen auf dem Areal Manegg von gemeinnützigen Bauträgern gebaut werden. Darauf suchte der Totalunternehmer Losinger-Marrazzi über den Verband Wohnbaugenossenschaften Zürich gemeinnützige Bauträger. In einem offenen Verfahren wurden die Stiftung Wohnungen für kinderreiche Familien sowie die Genossenschaften Hofgarten, Wogeno und GBMZ ausgewählt.

2008 – 2009

Lückenschliessung Hohlstrasse

Nach mehrjährigen Gesprächen mit der Besitzerin der Nachbarliegenschaften an der Hohlstrasse, der Stiftung PWG der Stadt Zürich, erstellte die GBMZ einen Anbau an das Haus Hohlstrasse 195 und im Hof der Siedlung 4/Zypresse ein Siedlungslokal. Der Anbau ermöglichte neue Büroräume für die Verwaltung und die Vergrösserung von drei Wohnungen.

2005 – 2011

Bau Siedlung 8/Klee

Durch Vermittlung des Verbands Wohnbaugenossenschaften Zürich konnten die GBMZ und die Baugenossenschaft Hagenbrünneli von Privaten Land in Zürich-Affoltern kaufen. Im Wettbewerb siegte 2006 das Projekt Klee der Architekten Knapkiewicz + Fickert. Die beiden Genossenschaften konnten je 170 Wohnungen bauen. Die Wohnungen wurden im 1. Quartal 2011 bezogen. Die GBMZ hat nun 925 Wohnungen.

2004 – 2016

Ringling kann nicht gebaut werden

Im März 2004 fand die Startsitzung mit der Stadt Zürich, der Baugenossenschaft Sonnengarten und der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich für das Baurechtsareal Grünwald in Zürich-Höngg statt. Aus dem 2005/06 durchgeführten Wettbewerb ging das Projekt Ringling der Architekten Schneider, Studer, Primas als Sieger hervor. Eine Gruppe von Anwohnern bekämpfte dieses Projekt rechtlich. Nach langem Rechtsstreit hob das Bundesgericht 2016 die Baubewilligung auf.

2001 – 2002

Bau Siedlung 7/Neunbrunnenstrasse

Zwei Jahre nach dem GV-Entscheid konnte die neue Siedlung an der Neunbrunnenstrasse mit 65 Wohnungen und 10 Reiheneinfamilienhäusern bezogen werden. Trotz Problemen mit Grundwasser beim Bauen konnten die angekündigten Mietzinse erreicht werden und die Vermietung der Wohnungen und Häuser verlief problemlos. Die Freude am Neubau war gross und die GBMZ entschied weiter zu bauen. Die GBMZ hat nun 751 Wohnungen.

2000

Neunbrunnenstrasse: Baurechtsvertrag mit SBB

Die längere Zeit dauernden Gespräche mit der SBB für ein Grundstück an der Neunbrunnenstrasse führten zu einer Einigung. Nach Abschluss des Baurechtsvertrages ging die Planung rasch vorwärts und im Herbst 2000 stimmte die Generalversammlung dem Baurechtsvertrag und dem Bauprojekt mit deutlicher Mehrheit zu. Damit konnte die GBMZ endlich wieder bauen.

1999

Jubiläum und Aufbruch zu Neuem

Das 75-Jahr-Jubiläum wurde mit Festen in den Siedlungen und einem grossen gemeinsamen Fest auf dem Areal des alten Güterbahnhofs gefeiert. Mit Recht wurden die sechs bestehenden und gut unterhaltenen Siedlungen gefeiert. Mancher stellte sich aber auch die Frage, wie die GBMZ ihr 100-Jahr-Jubiläum feiern wird, wenn diese Häuser 25 Jahre älter sein werden und keine neuen gebaut werden.

1997 – 1999

Ideen für neue Siedlungen

Erst nach einigen Jahren konnten die gegenseitigen Verletzungen zwischen früherem Vorstand und dem neuen Vorstand abgebaut werden und die gegenseitigen Anfeindungen gingen zurück. Dadurch wurden im Vorstand Kräfte frei, damit dieser sich mit der Idee von neuen Siedlungen für die GBMZ befassen konnte. Mehrere Gespräche mit Grundeigentümern und Architekten führten jedoch zunächst nicht zum Erfolg.

1993 – 1997

Balkonprojekt führt zu grossen internen Spannungen

Die vom Vorstand und Verwalter geplante Sanierung der Balkone stiess zunehmend auf Opposition in der Genossenschaft. Es wurde vielfach als überrissen beurteilt. Die von der Oppositionsgruppe A+Ä eingebrachten Vorschläge sowie deren Kandidierende für den Vorstand stiessen auf eine breite Unterstützung in der Genossenschaft. Dadurch wurde der Vorstand in kurzer Zeit fast vollständig erneuert.

1978 – 1992

Gute Finanzlage und Renovation der Liegenschaften

Die 1970er- und 1980er-Jahre waren eine positive Phase für die GBMZ. Die finanzielle Situation war so gut, dass ein wesentlicher Teil der werterhaltenden und wertvermehrenden Investitionen bei den Gesamtrenovationen aller Siedlungen aus eigenen Mitteln bestritten werden konnten. Ausserdem konnten Hypotheken amortisiert werden. Mangels geeigneter Grundstücke wurden aber keine neuen Siedlungen geplant.

1976 – 1977

Neubau Engelstrasse 49 - Alterswohnungen

Mit dem Neubau an der Engelstrasse 49 wurde die bestehende Lücke der Siedlung 2 geschlossen. Im Neubau entstanden 24 Alterswohnungen. Davon verfügen 19 über ein Zimmer- und 5 über zwei Zimmer. Dank diesen Wohnungen für Betagte sollten vermehrt durch Wohnungsabtausch grössere Wohnungen für Familien frei werden. Die GBMZ hat jetzt 686 Wohnungen.

1961 – 1977

Unterbelegung und Wohnungen für Familien

Das Begehren der Stadt Zürich, unterbesetzte Wohnungen durch interne Wohnungswechsel für Familien mit Kindern frei zu bekommen, stiess auf grosse Schwierigkeiten. Der Mangel an Alterswohn- und Pflegeheimen in der Stadt Zürich wurde als Hauptursache analysiert. Daraus entwickelte der Vorstand die Idee, selber einen Neubau mit Alterswohnungen zu planen.

1959– 1960

Ergänzungsbau Hohlstrasse 169

Auf dem Grundstück an der Hohlstrasse, welches im Besitz der GBMZ war, konnte ein Ergänzungsbau mit 10 Wohnungen und zwei Ladenlokalen gebaut werden. Der Einbezug des Grundstücks an der Ecke Hohl-/ Erismannstrasse scheiterte am Widerstand der Grundstückseigentümer. Die GBMZ hat jetzt 667 Wohnungen.

1945 – 1958

Verzicht auf neue Bauprojekte

Die zunehmende Wohnungsnot stellte den Vorstand vor die Frage, ob die Genossenschaft weiterbauen will oder nicht. Wegen der ungünstigen finanziellen Lage der vergangenen Jahre fehlten die finanziellen Reserven für die Landbeschaffung. Bei der Vergabe von Baurecht durch die Stadt wurde die GBMZ nicht berücksichtigt. Die Genossenschaft verfolgte das Ziel, die Wohnungen gut zu unterhalten und den Komfort zu verbessern.

1936

Umwandlung in Mietergenossenschaft

Auf Drängen der Stadt Zürich wurde die GBMZ in eine reine Mietergenossenschaft umgewandelt. Personen mit geschäftlichen Beziehungen zur Genossenschaft durften nicht mehr in den Vorstand gewählt werden. In diesen werden in den folgenden Jahren ausschliesslich Genossenschafter gewählt. Ab 1934 war ein vollamtlicher Verwalter angestellt.

1933 – 1944

Wirtschaftskrise und Finanzprobleme

Die Wirtschaftskrise führte dazu, dass im Frühling 1933 noch jede vierte Wohnung der im Herbst 1932 fertig erstellten Siedlung 6 leer stand. Die daraus entstandenen Finanzprobleme mussten mit Notstandsmassnahmen und der Unterstützung der Stadt Zürich gelöst werden. Der drohende Konkurs konnte vermieden werden. Die verbesserte Wirtschaftslage führte dazu, dass 1944 der Bewertungsausfall voll ausgebucht werden konnte.

1925 – 1932

Bau von 657 Wohnungen

Dank grossem Einsatz des Vorstandes konnten innerhalb von sieben Jahren sechs Siedlungen mit 657 Wohnungen und fünf Lokalen für Laden, Kindergarten und Hort gebaut werden. Trotz Bedenken wegen der Verflechtung von Genossenschaft und Unternehmen gewährte die Stadt Zürich im Rahmen der Bestimmungen für den gemeinnützigen Wohnungsbau Unterstützung. 1932 zählte die GBMZ zu den grössten Genossenschaften in Zürich.

1924

Gründung

Die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich wurde am 27. Februar 1924 im Zunfthaus zu Saffran gegründet. Alle Gründungsmitglieder kamen aus der Baubranche. Das Ziel Arbeitsbeschaffung hatte eine mindestens so grosse Bedeutung wie das Ziel billige Wohnungen herzustellen. Alle Mitglieder im ersten Vorstand waren Baufachleute.